Zur Entwicklung der Gemeinde

Die Gemeinde Bentwisch ist eine Umlandgemeinde der Hansestadt Rostock, das Verhältnis des Umlandes zur Stadt gilt als belastet, wie würden Sie die schwelenden Konflikte lösen wollen?

Wie stehen Sie zum geplanten Gewerbestandort B20 der Gemeinde Bentwisch?

Landratskandidat Stephan Meyer, CDU/Grüne

Kurzum: Die Wachstumsbegrenzung darf kein Thema mehr sein und muss aus der Regionalplanung und aus den Köpfen vollständig raus. Die Gesamtregion ist dabei entscheidend in den Blick zu nehmen. Wie kann das erreicht werden? Ich glaube das geht nur, wenn die Hansestadt Rostock auch etwas davon hat und an der Entwicklung außerhalb der Stadtgrenzen partizipieren kann. Dann würden die Belastungen zwischen Umlandgemeinden und Hansestadt verschwinden. Erster Schritt: mehr miteinander sprechen. Aber das muss vorbereitet werden, damit es nicht in gegenseitigen Vorhaltungen ausartet. Zweiter Schritt: Regionalplanung ist kein Finanzausgleich. Die Hansestadt darf nicht den Job der Landesregierung machen und die Umlandgemeinden zu etwaigen Ausgleichszahlungen zwingen. Eine Lösung könnte eine vertragliche Regelung sein. Warum sollte so etwas wie Entwicklung von Gewerbestandorten nicht mit Entwicklung von Nahverkehr verbunden werden? Keiner hat etwas vom Stillstand.

Als Volkswirt gibt es zum geplanten Gewerbestandort B 20 nur eine Haltung von mir: klare Zustimmung.

Landratskandidat Michael Noetzel, die Linke

Die Gemeinde Bentwisch hat sich nach der Wende sehr gut entwickelt. Für eine gedeihliche Fortentwicklung darf es nicht die Regel werden, dass Bentwisch sich für eigene Bauvorhaben bei der Stadt "freikaufen" muss. Ein Gewerbestandort in den Umlandgemeinden von Rostock ist grundsätzlich zu begrüßen. Zum geplanten Standort B20 liegen mir keine Informationen vor. Aber auch dabei sollte Kooperation zwischen der Gemeinde und der Stadt statt Konkurrenz praktiziert werden (Win-Win).

Landratskandidat Jürgen Dettmann, Freie Wähler

Die Abhängigkeit der Stadt Rostock vom Umland und umgekehrt ist augenfällig und kein Anlaß, um Konflikte zu zementieren. Der gegenseitige Nutzen einer abgestimmten regionalen Entwicklung in allen Bereichen muss das Ziel von gleichberechtigten Verhandlungen zwischen Rostock und dem Kreis sein.

Ich bin noch nicht dazu gekommen, mich damit näher zu befassen und einen Standpunkt zu finden.

Landrat Sebastian Constien, SPD

Ich befürworte eine Entwicklung des Gewerbestandortes B 20. In diesem Zusammenhang habe ich auch schon einen Termin zwischen dem Bürgermeister Herrn Krüger und dem OB der Hanse- und Universitätsstadt Rostock Herrn Madsen organisiert.

Ich möchte an dieser Stelle deutlich machen, dass ich die aktuelle Haltung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock zu den direkten Umlandgemeinden nicht nachvollziehen kann. Rostock verhindert eine auch für die Stadt selbst notwendige Entwicklungspolitik.

Ich weiß von OB Claus Ruhe Madsen, dass er gern gemeinsame Projekte mit den Umlandgemeinden umsetzen möchte. Von Radwegebau bis Flächenentwicklung. Daher wird es wichtig sein, hierüber in ernsthafte Gespräche auf Augenhöhe einzusteigen. Hier werde ich gern unterstützen – im Zweifel auch moderieren.