Zur Situation im ÖPNV

Wie bewerten Sie das ÖPNV Konzept der Gemeinde Bentwisch, welche Punkte würden Sie unterstützen, wie stellen Sie sich eine Zusammenarbeit mit der Hansestadt Rostock vor?

Landratskandidat Stephan Meyer, CDU/Grüne

Ihr ÖPNV-Konzept ist mutig und visionär. Genau das brauchen wir um Entwicklung Raum zu geben. Ich würde deshalb alle Punkte unterstützen. Die unmittelbare Nähe zum städtischen Nahbereich ist nun einmal Fakt. Damit verbunden ist der zentrale Punkt: Zusammenarbeit mit HRO. Das betrifft aber nicht nur den ÖPNV. Ich möchte darauf drängen ein gemeinsames Verkehrsunternehmen zu gründen. Dabei sind aber wesentliche Dinge zu beachten. Ich möchte z.B. nicht die Schulden der RSAG als Belastung für den Kreis übernehmen, dann haben wir als Landkreis und die kreisangehörigen Gemeinden wenig gekonnt. Vielleicht wäre es ratsam aus dem VVW im ersten Schritt aus dem Unternehmensverbund eine echte Unternehmensbeteiligung als Aufgabenträger Nahverkehr zu machen. Dann wären die Verzahnungen viel besser, sie entsprächen mehr den tatsächlichen Entfernungen. Zugegeben, dann ist es nicht mehr weit zu einem gemeinsamen Verkehrsunternehmen, aber an dieser Stelle gäbe es für beide Seiten kein Zurück mehr und hinsichtlich der Finanzen muss beiderseits große Kompromissbereitschaft herrschen. Ich halte dies nicht für unrealistisch. Wichtigstes Ziel ist aber die Verbindungen zu verbessern.

Landratskandidat Michael Noetzel, die Linke

Das ÖPNV-Konzept der Gemeinde ist mir leider nicht bekannt. Ich konnte es auch nicht auf den Seiten der Gemeinde im Internet finden. Gerne würde ich mich über das Konzept und Probleme mit dem ÖPNV einmal vor Ort informieren.

Grundsätzlich bin ich Freund des schienengebundenen Nahverkehrs. Ebenso, wie ich das Konzept einer Stadtbahn von Rostock nach Bad Doberan unterstütze, kann ich mir eine Ausweitung des Straßenbahnverkehrs in Richtung Osten vorstellen. Es ist deutlich geworden, dass der Verkehrsverbund Warnow mit dem derzeitigen Konzept, die Umlandgemeinden von Rostock nicht gut genug einbindet. Hier findet gerade ein Umdenken statt, welches ich forcieren werde, damit eine Vereinheitlichung der Tarife und eine bessere Einbeziehung der Umlandgemeinden und des gesamten Landkreises stattfindet. Dies bedeutet aber auch, dass sich der Landkreis auch finanziell stärker engagieren muss, um eine signifikante Verbesserung der Angebote zu erreichen.

Nicht nur hierbei bedarf es einer engen und konstruktiven Zusammenarbeit mit der Hansestadt Rostock. Es gilt, die positiven Synergieeffekte und die gemeinsame Entwicklung der Regiopole Rostock in den Blick zu nehmen.

Landratskandidat Jürgen Dettmann, Freie Wähler

Da alle Kommunen im Landkreis aufgerufen waren, Ihre Vorschläge in der Nahverkehrsplanung einzureichen, bleibt eine Evaluierung bei Ihnen im Haus.

Wünschenswert ist eine zielführende Koordination der Vorschläge durch den Landkreis und eine konzertierte Verhandlungsführung zur Bildung eines Verkehrsverbundes der REBUS, DB und anderer Beteiligter.

Landrat Sebastian Constien, SPD

Auch aus der Gemeinde Bentwisch gab es eine ganze Reihe guter Vorschläge für die Nahverkehrsplanung der Hansestadt und des Landkreises Rostock. Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass diese Vorschläge umgesetzt werden.

Die Zusammenarbeit mit der Hanse- und Universitätsstadt Rostock wird sich an den Ergebnissen der neuen Nahverkehrsplanung messen lassen müssen. Ich setze auf verstärkten Bus- und Bahnverkehr zwischen Rostock und dem Umland. Nicht zu vergessen sind gemeinsame Projekte im Bereich Radwegebau. All dies dient einer Entlastung im Straßenverkehr und schließlich der Umwelt.