Neues vom Bürgermeister: Amtsblatt Februar 2020

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bentwisch,

der 12.12. liegt nun schon ein paar Tage zurück, ich möchte Sie aber trotzdem über ein Treffen unter Nachbarn informieren, welches mich noch immer schwer beschäftigt:

Zusammengekommen waren 13 Bürgermeister (darunter ein Oberbürgermeister) mit Gefolge. Verbunden irgendwie über gemeinsame Gemeindegrenzen. Eingeladen hatte das „Amt für Raumordnung und Landesplanung Region Rostock“. Die Gemeinde Dummerstorf hat einen Raum zur Verfügung gestellt (der zum Bersten voll war – aber nicht nur dadurch: dicke Luft!). Kurze Vorstellungsrunde, denn viele sind neu und so oft traf man sich in der Vergangenheit nicht.

Hauptthema: Wohnraumentwicklung in der Stadt und im Umland. Es dauerte nur ca. 30 min, dann hatte man sich bereits ausgiebig in der Wolle. Leider aber nicht zu konkreten neuen Projekten, zu Problemlösungen oder zu vernünftigen Kommunikationswegen, nein, zu den bestehenden Klageverfahren. Niemand da, der die Gemüter kühlte, moderierte und Versachlichung einforderte. Wir sind ja bereits ohne große Erwartungshaltung angereist (unsere Kontingente sind bereits jetzt erschöpft und der geplante Zeitraum endet erst 2025!!!). Dass es aber so enttäuschend wurde, hat mich dann doch überrascht.

Einen wirklich guten Grund hatte der OB seine Teilnahme zeitlich zu begrenzen: die Weihnachtsfeier seiner Tochter. In Anbetracht dessen, was abgelaufen ist, noch umso verständlicher.

Nachdem nun der OB und seine Delegation sichtlich genervt den Raum vorzeitig verließen, gab’s anschließend noch mahnende, belehrende Worte vom Landrat.

Dann noch die Bitte vom Veranstalter um Verschwiegenheit gegenüber der Öffentlichkeit und einen Tag später eine windelweiche Presseerklärung.

Das war’s.

Ach so, es wurden noch 5 Bürgermeister als „Sprecher“ bestimmt, die jetzt irgendwas machen sollen. War nicht ganz klar was, aber ja, ich bin dabei und sehr gespannt.

Fazit:

Es gibt keine gemeinsame Linie in der Entwicklung des Umlandes von Rostock.

Eitelkeiten, Besitzstandswahrung, Respektlosigkeit und Egoismus sind  die maßgeblich bestimmenden Faktoren.

Die Landesregierung unsichtbar (auf einer Veranstaltung einer Landesbehörde!).

Die Stadt schafft es nicht ausreichend Wohnraum zu schaffen. Folge ist, dass die Grundstückspreise im Umland explodiert sind, das mehr Zuzug ins Umland erfolgt, als gewollt ist – mit all den negativen Konsequenzen für Verkehr und Infrastruktur.

Das Umland entwickelt über den Eigenbedarf hinaus, saugt hierdurch Kraft aus der Stadt und verschärft bestehende Verkehrsprobleme.

Wir hätten alle Hände voll zu tun, die Region zukunftsfähig zu gestalten. Stattdessen: keine Visionen, kein richtiger Plan, kein Leitwolf.

Und allen, die in Eingemeindungen nach Rostock das Heilmittel sehen: es ändert sich dadurch nichts an den Problemen – ich behaupte sogar das Gegenteil wäre der Fall. Ich bin heilfroh, auf unseren Gemeindevertretersitzungen keine Profilneurosen ertragen zu müssen. Wir haben Verwaltungsstrukturen, mit denen man Ergebnisse erzielen kann. Man kennt sich, hat kurze Wege und kann Entscheidungen treffen...

Ach und noch was: am 7.1. Anruf vom NDR, ob sich denn in unserer Gemeinde die Gemeindevertreter irgendwie bedroht fühlen? ... Neeee, läuft bei uns. :-)

Wie immer, herzliche Grüße

Ihr

 

Andreas Krüger

Bürgermeister Bentwisch

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