Bürgermeisterkolumne für Mai 2019

Liebe Bentwischerinnen und Bentwischer,

in meiner letzten Berichterstattung als Bürgermeisterin kann ich Sie bedauerlicherweise nicht informieren, warum 2018 von geplanten 5,9 Mio. € für Investitionen lediglich 1,9 Mio. € in Anspruch genommen wurden, weil die Überwachung und Auswertung der veranschlagten Mittel bis zum 30.04.2019 nicht erfolgt ist.

Ein Zeitplan für den Ausbau Am Sportplatz liegt vor. Ich versuche, die aktuellen Termine auf die Homepage des Amtes zu bekommen. Bisher haben die Informationen an die betroffenen Anlieger an mehreren Stellen nicht funktioniert. Das betrifft sowohl Fragen der Grundstücksfeststellungen, Heckenrodung, Zubringertransporte als auch Ampelschaltungen. Die Peitschenhiebe der Ungeduldigen treffen meist die Mitarbeiter der Baufirmen. Tun Sie das nicht, liebe aufgeregte Mitbürger. Auch wenn der Bauleiter Ihnen viele Dinge erklären kann, bringt das gemeinsame Gespräch montags im Bauwagen um 12.30 Uhr die besten Ergebnisse zu den Problemstellungen.

Unser neues Wohngebiet in der Hasenheide haben wir mit dem Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 21 auf den Weg gebracht. Der Zeitplan für die weitere Umsetzung steht; die Projektfinanzierung ist gesichert. Bereits im Sommer werden wir auf dem Baufeld ein intensives Baugeschehen sehen. Die Erschließungsarbeiten werden dann voraussichtlich bis zum Frühjahr 2020 dauern. Die Hochbauarbeiten sollen ab Mai 2020 möglich sein, so dass wir schon Ende des Jahres die ersten neuen Bürgerinnen und Bürger in unserer Gemeinde begrüßen können. Wir werden auch die in unserer Vereinbarung mit der Hanse- und Universitätsstadt Rostock zu diesem Wohngebiet eingegangenen Zahlungsverpflichtungen erfüllen und der Rostocker Kunsthalle, dem Konservatorium und der Musikschule »Carl Orff« insgesamt 200.000 € für besondere Projekte mit hoher regionaler Bedeutung überweisen.

Der Umbau des Freizeittreffs in Klein Kussewitz wurde erfolgreich abgeschlossen. Es sind helle Räume mit besseren Nutzungsmöglichkeiten und ein großzügiger Außenbereich entstanden sowie eine moderne Küchenzeile eingebaut worden. Im Mai ist die Eröffnung mit allen Beteiligten vorgesehen. Der ASB wird sich im Rahmen der Bürgerarbeit um die Gestaltung und Bewirtschaftung der neuen Räumlichkeiten kümmern, Personal einstellen und anleiten, Dienstleistungsverträge abschließen, Nutzungsentgelte festsetzen. Über die Rahmenbedingungen und den jährlichen Zuschuss entscheiden die Gemeindevertreter am 2. Mai.

Wut und Freude über die Ehrlichkeit der »Jugend von heute« habe ich empfunden, als die 15-16-jährigen sich bei mir meldeten, um ihr Fehlverhalten und ihre vorgesehenen Leistungen zur Wiedergutmachung schilderten. Danke für eure Offenheit. Ihr seid auf dem richtigen Weg, ehrliche Persönlichkeiten zu werden. Das Bekenntnis der jungen Menschen empfinde ich als Lob für die Arbeit als Mitglied oder berufener Bürger in der Gemeindevertretung. Unkenrufen zum Trotz hat es in den vergangenen fünf Jahren keine Entscheidungen gegeben, die unserer strukturellen Entwicklung entgegenstehen. Selbst Entscheidungen, die im Nachhinein kritisiert oder sogar abgelehnt werden, sind im Regelfall von Mitgliedern der Gemeindevertretung einstimmig oder mit deutlicher Mehrheit gefasst worden. Der politische Auftrag, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung entsprechend unserer Leistungsfähigkeit zu regeln, wurde 2014–2019 voll erfüllt.

Rund 10,7 Mio. € wurden in der letzten Legislaturperiode für investive Maßnahmen in den Haushalten der Gemeinde bereitgestellt. Die Auszahlungen wurden immer auf die Verbesserung der kommunalen Infrastruktur in der Gemeinde gerichtet. Das trifft sowohl auf die Anschaffungen moderner Ausstattungen mit Fahrzeugen und anderen hochwertigen Arbeitsgeräten und baulichen Verbesserungen in der Feuerwehr, Kindereinrichtungen, Freizeittreff, Hort und Schulhof zu als auch für die Errichtung von Jugendtreff, Spiel- und Sportplätzen sowie für Zuwendungen an Vereine und Organisationen. Hohe Beträge sind in den Ausbau von Straßen (Garten-, Eschen- und Treppenweg, Neue Reihe, Stiller Winkel, Klein Bartelsdorf, Am Sportplatz, Am Berg, u. a. mit Grunderwerb und Beleuchtungsanlagen, Harmstorf bis Albertsdorf), die Oberflächenentwässerungen (Goorstorf, Hasenheide), die Löschwassersicherung in Harmstorf und Albertsdorf geflossen. Für weitere bedeutende Vorhaben (Radweg Poppendorf, Feuerwehrkampfbahn, Gerätehaus Klein Kussewitz, Erweiterung Kindereinrichtung, Grundstückskäufe) haben wir mit der Planung den Grundstein zur Ausführung gelegt.

Die Gemeinde ist seit der Eröffnungsbilanz am 1.1.2012 im Eigenkapital von rd. 17,3 auf 24,2 Mio. € angewachsen. Die Gemeinde weist in ihren jährlichen Schlussbilanzen den Nachweis der dauerhaften Leistungsfähigkeit aus. Das heißt nicht, dass alle Ziele, die wir uns mit demokratischer Stimmenmehrheit gesteckt haben, sich in den letzten Jahren auch erfüllt haben. Für ehrenamtlich geleitete Gemeinden führt das Amt die Beschlüsse aus. Wenn die Verwaltungen nicht die jährlichen Festlegungen im Haushaltsplan abwickeln, bleiben die kommunalpolitischen Ziele auf der Strecke. Dazu gehörten in den vergangenen Jahren die Maßnahmen der Grünpflege im Gewerbegebiet, die Baumpflege und der Heckenrückschnitt an Straßen und Plätzen, Säuberungen an/in Teichen und Regenrückhaltebecken, Grabensanierungen, Straßenreparaturen, Parkplatzerweiterungen und Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Mängelbeseitigungen am Krippen- und Schulgebäude haben seit 2009 bzw. 2012 nicht stattgefunden. Das sind Schwachstellen, die nicht nur dem Gemeinwohl und dem Ansehen unserer Gemeinde schaden, sondern bei Unterlassen Gefahren darstellen, die die öffentliche Sicherheit bedrohen und erhebliche Folgekosten verursachen. Wer die Finanzen nicht im Auge behält, wird auch keine Mehrkosten wahrnehmen bzw. diesen nichts entgegen zu setzen haben und sie als unabweisbar annehmen. Das ist schade! Es ist unser aller Geld, welches wir im öffentlichen Interesse zur Verfügung stellen.

Liebe Bentwischerinnen und Bentwischer!

Ich scheide trotz 5-jährigem Wissen mit Wehmut und mit noch mehr Respekt als vorher vor dem Amt als Vorsitzende der Gemeindevertretung aus.

Dank Ihres Vertrauens und Misstrauens, Ihrer Unterstützung und Ablehnung, Ihrer Mitwirkung und Hemmung, war es jeden Tag ein Bedürfnis für mich, in der Sache die Gemeinde ein Stück voran zu bringen. Ich habe mein Amt jeden Tag mit Freude und Motivation wahrgenommen.

Ich danke allen, die mir in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit mit Rat und Tat, mit Sachkunde und Wissen, mit offener und ehrlicher Kritik, mit Hinweisen und Anregungen, mit unparteiischen Argumenten und persönlichen Ansichten Unterstützung und Hilfe gewährt haben.

Ganz besondere Anerkennung spreche ich allen Ehrenamtlern der Vereine und Organisationen aus, die unzählbare Stunden für das gesellschaftliche Engagement aufbringen im Dienst für die Allgemeinheit.

Lob geht an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes Rostocker Heide, die mich ausgehalten haben und in den Aufgaben für das Gemeinwohl nach Recht und Gesetz ihr Wissen erweitern und ihre berufliche Bestimmung sehen.

Dank gebührt den Leiterinnen unserer Kindereinrichtungen, Schule und Bürgerarbeit für die unermüdliche Betreuung, Bildung und Erziehung unserer Jüngsten bis hin zu den Ältesten.

Allen Gemeindevertretern und berufenen Bürgern, Sachverständigen, Dienstleistern und Unternehmern gilt mein Dank für die konstruktive Teilnahme an den Sitzungen unserer Gremien.

Für die schöpferische und aufbauende Zusammenarbeit, die am Anfang des Erfolges steht, danke ich dem Geschäftsführer der Bentwisch und ITC GmbH, Herrn Achtenhagen, und dem Bauausschussvorsitzenden, Herrn Peithmann, welche aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse die Machbarkeit kommunalpolitischer Projekte beleuchtet haben.

Mein besonderer Dank gilt allen Bentwischerinnen und Bentwischern, die sich für das Gemeinwohl interessieren und auf ihre Art und Weise dazu beitragen, dass unser Arbeits- und Wohnort ein Ort des Wohlfühlens und der Verbindung aller Generationen bleibt.

Ich freue mich über den Gewinn durch neue Gemeindevertreter aus der ehemaligen Gemeinde Klein Kussewitz. Ich merke, dass Ihre Mitarbeit auf eine strukturelle Entwicklung in der Gemeinde Bentwisch gerichtet ist und bin froh über die neuen, fundierten Impulse. Ich gehe mit einem guten Gefühl für die Zukunft unserer Wohn- und Lebensqualität in Bentwisch. Ich wünsche meinem Nachfolger viel Freude und Kraft in seinem Amt, Respekt und Anerkennung seiner Leistungen sowie die gewissenhafte Unterstützung seiner Gemeindevertreter.

Bleiben Sie gesund. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Ihnen.

Herzlichst!

Ihre

 

Susanne Strübing

Bürgermeisterin Bentwisch

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