Neues vom Bürgermeister für September 2022

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bentwisch,

 

nach nahezu zwei Jahren Stillstand kommt Bewegung in ein Projekt, was für die Entwicklung unserer Gemeinde von außerordentlicher Bedeutung ist: der B20 oder anders gesagt: die Erweiterung unseres Gewerbegebietes. Die betreffenden Flächen gehören zur Hälfte der Hansestadt Rostock, und deshalb waren wir bei der Entwicklung auch auf die Mitwirkung der Stadt angewiesen. Nun, sie wollte bislang nicht. Obwohl es kaum mehr Flächen zur gewerblichen Entwicklung innerhalb der Stadt gibt, war die Sorge zu groß, dass sich Betriebe außerhalb der Stadtgrenze ansiedeln und damit die Gewerbesteuereinnahmen in den Landkreis und nicht in die Stadt fließen. Noch am 30.4. hatte ich in einem Termin bei Herrn Madsen berichtet, dass sämtliche Genehmigungen und Beschlüsse vorliegen und versucht, das Projekt endlich voranzubringen. Es waren eben nicht nur die unerfüllbaren Forderungen, sondern auch die Herablassung und Süffisanz, die dazu führten, dass ich den Aktendeckel zugemacht hatte, unsere Gemeinde lässt sich ganz sicher nicht erpressen, nun dann eben nicht. Es ist in den vergangenen drei Jahren zwischen Stadt und Umland weiter viel Porzellan zerschlagen worden, es gab sehr viel Egoismus, Vorwürfe und Alleingänge. Ich habe die Aktivitäten der regionalen Raumplanung (immerhin eine Landesbehörde) immer mehr belächelt, denn eine »gemeinsame Entwicklung einer Region« fand einfach nicht statt. Der »Plan« war das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt war. Es scheint, dass mit dem Weggang von Herrn Madsen ein verändertes Bewusstsein in der Stadt zu keimen beginnt: ein Miteinander statt ein Gegeneinander. Wir wollen gern unseren Beitrag in aller Zurückhaltung leisten.

Nach einem erneuten Gespräch mit dem nunmehr amtierenden OB kam sogar sowas wie Euphorie auf, Lust an gemeinsamen Projekten, an Gestaltung und Bewegung. Leider ließ sich tags darauf das Wirtschaftsministerium nicht so richtig davon anstecken, aber an einer gesunden Skepsis kann man arbeiten. Die nächsten Schritte sind hier nun, den Förderantrag zu stellen und am Energiekonzept der Gemeinde zu arbeiten. Es geht hierbei um das Ziel, unsere Gemeinde vollständig energieautark zu machen und eigene, ausschließlich regenerative Systeme zu entwickeln und zu betreiben. Ja, auch betreiben. Denn es ist nach meiner Überzeugung eben nicht mehr vermittelbar, warum die Nachteile einer Windenergieanlage auf unser Wohn-Umfeld vergesellschaftet werden, der Ertrag hingegen nicht. Es bewirkt eine völlig andere Akzeptanz, ob der Strom vom Acker vor meiner Haustür auch in meiner Steckdose landet oder ein Irgendwer in der Ferne hiervon profitiert, vom Preis einmal ganz zu schweigen. Ich möchte hiermit eine Meinungsbildung anstoßen, schreiben Sie mir unter buergermeister@bentwisch.de, wie Sie als Bürgerinnen und Bürger zu diesem Thema stehen.

Ich lade Sie ebenfalls herzlich dazu ein, die Gemeindevertreterversammlungen zu besuchen, dort gibt es nicht nur eine Einwohnerfragestunde, sondern auch immer einen deutlich ausführlicheren Bericht von mir zu allen Themen, die anstehen. Wegen der mangelnden Nutzung unseres Onlineangebotes (2 Mal in Folge 0 Teilnehmer) habe ich diese Möglichkeit Ihrer Information erst einmal zurückgenommen. Es ist schon etwas unübersichtlich, eine Versammlung gleichzeitig live und online zu leiten, zumal wir auch zwischen Beamer im Gemeinderaum und den Bildschirmen zuhause hin und herschalten müssen, um alle Informationen zu transportieren. Niels hatte mich hier immer stärker unterstützt und an dieser Stelle dafür meinen herzlichen Dank. Wenn wir diesen Aufwand betreiben, und es sieht niemand zu, macht’s irgendwie keinen Sinn, aber auch hier bin ich für Anregungen offen. Gern nehme ich das zum Anlass, auf meine Sprechstunde hinzuweisen jeden 1. und 3. Dienstag des Monats im Büro im Börgerhus in Bentwisch. Gern können Sie mich auch (naja nahezu) jederzeit über meine Mobilfunknummer (01718330100) erreichen, wenn Sie mich aber über die Festnetznummer im Büro anrufen und es geht meine Mailbox ran, bitte unbedingt Ihre Telefonnummer angeben, sonst kann ich Sie nicht zurückrufen.

Bleiben Sie alle fein gesund und optimistisch ☺.

Herzliche Grüße Ihr/Euer

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Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bentwisch, wir waren alle mal jung und nur jeder allein kennt sein Sündenregister. Ich bin für einen gut gemachten Scherz immer zu haben, es kann auch mal deftiger aber lustiger Unfug sein, wenn´s aber hirnlos wird, ist es leider nicht mehr witzig.