Neues vom Bürgermeister für November 2022

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bentwisch,

 

Willkommen im November. Die Meisten von uns haben den Garten winterfest und alles kommt scheinbar zur Ruhe. Gut so! Denn bevor wir in die Weihnachtszeit mit all dem entbehrlichen Trubel eintauchen, ist es Zeit, sich Zeit zu nehmen. Zeit zum Erinnern. Jeder, der von uns im vergangenen Jahr einen lieben Menschen verloren hat, wird diese Zeit sicher mit viel Wehmut verbringen. Ich möchte an drei Menschen besonders erinnern und damit auch allen anderen, die ein schweres Herz haben, sagen: Ihr seid nicht allein, wir fühlen mit euch.

Im März unser Dieter Mühlenbruch aus Volkenshagen. Ein Urgestein der Gemeinde. Begründer unseres Dorfvereins und immer vorweg, wenn es um die Gemeinschaft ging. Er war es, der mich bestärkt hat, bei »kommunaler Selbstverwaltung« mitzumachen, Vorbild, väterlicher Freund, leidenschaftlich in seinen Überzeugungen und immer mit einem verschmitzten Lächeln. So bewahre ich mir das Andenken und jedes Mal, wenn ich an der Kirchmauer in Volkenshagen vorbeifahre, muss ich an ihn denken, wie er von seinem jetzigen Platz alles im Blick behält.

Im Juni Ingo Parr, unglaublich jung, das Leben noch vor sich und voller Kraft, liebevoller Vati und Mann. Frauke, es zieht mir jetzt noch das Herz zusammen, auch wenn ich an Deine Worte denke. Wieviel Kraft muss es gekostet haben, uns so an Deinem Abschied teilhaben zu lassen und uns eine Ahnung von eurer Liebe zu geben. Getragen von Kollegen der gesamten Rostocker Feuerwehr erkennt man, was auch dort für ein Platz leer bleibt. Passt auf euch, die Kinder und Familien gut auf, und sagt, wenn wir irgendwie helfen können.

Und im September Karin Schwaß, unsere Bürgermeisterin in der Wahlperiode bis 1994. Dass diese Gemeinde heute diese Strahlkraft hat, begründet sich in ihrem und dem Wirken ihrer Mitstreiter. Eine unglaubliche Biografie, mit festem, unerschütterlichem Glauben an Gott und immenser Tatkraft. Auch hier etwas ganz Intimes, was sich tief eingeprägt hat und was ich nun eng mit der Erinnerung an sie verbinden werde: Auf einer kleinen Bank vor dem Haus in Klein Bentwisch sitzend und ihrer Enkeltochter beim Violinenspiel zuhörend. Danke Marlene, dass Du uns, auch mit Deinem Spiel von der Empore, dieses Bild geschenkt hast. Wir alle erfahren beim Abschied auch Neues und Unbekanntes über die, die wir betrauern und an deren Verlust wir Anteil nehmen. Und es ist mir ein Bedürfnis, die Behutsamkeit und das Einfühlungsvermögen von Pastor Haack zu würdigen, er macht sichtbar und fügt bei aller Traurigkeit auch immer ein Stück Optimismus dazu. Danke dafür. Und was hab ich mich gefreut, Herrn Schwaß bei der Feier zum 30-(31-) jährigen Amtsjubiläum zu treffen. Trauern kann man auch gemeinsam, und dann wird es auch etwas leichter.

 

Sie alle verzeihen mir, dass diese Zeilen vielleicht etwas pathetisch klingen, sie sind aber, was ich empfinde, und es ist November. Der hat es nämlich nicht verdient, so schlecht behandelt zu werden – ein Monat, in dem viel Neues begründet wird, vieles, was erst im Frühjahr blühen wird. Ein Monat der Ruhe und Besinnung, des Überdenkens und des Neubeginns. Und allen, die gern und schnell mal eine Salve an harscher Kritik und übler Nachrede abfeuern, vielleicht getrieben von Ambitionen, Missgunst, Neid oder auch nur Verärgerung, wünsche ich einen Augenblick des Innehaltens. Innehalten und sich dessen bewusst werden, was ein Moment der Unbedachtheit, vielleicht bei den »Getroffenen« bewirkt, gerade wenn diese nicht gleich laut »bellen«. Überdenken wir alle einmal liebgewonnene Feindschaften, ändern den Blickwinkel und fragen nach, bevor wir aburteilen. Gehen wir aufeinander zu, vielleicht entsteht dadurch ja etwas Neues. Es ist November.

 

Herzliche Grüße Ihr/Euer

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Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bentwisch, wir waren alle mal jung und nur jeder allein kennt sein Sündenregister. Ich bin für einen gut gemachten Scherz immer zu haben, es kann auch mal deftiger aber lustiger Unfug sein, wenn´s aber hirnlos wird, ist es leider nicht mehr witzig.