Neues vom Bürgermeister für September 2020

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bentwisch,

in den letzten Tagen erreichten mich viele Anfragen zur Entscheidung, die Grünschnittcontainer vorübergehend nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Ganz offensichtlich ein heißes Thema – verständlicherweise. Ich habe alle Anfragen ausführlich und persönlich beantwortet und dadurch – meine ich – bei allen, die ihr Anliegen vorgebracht haben, auch Verständnis erreicht.

Aber es nagt doch..., vor allem über die „Tonlage“ einiger Anfragen war ich erschrocken und dann auch ein wenig verärgert. DIE GEMEINDE hat..., DIE GEMEINDE muss... wir fordern von DER GEMEINDE... Das klang mir zu viel nach „die da“ und „wir hier“.

DIE GEMEINDE gibt es gar nicht – wir sind die Gemeinde und zwar aktuell genau 3.299 Bürgerinnen und Bürger. Die 15 ehrenamtlichen Vertreter, die Sie bestimmt haben, machen sich intensiv Gedanken, wie sie unsere Gemeinde voranbringen, wie die Alltäglichkeiten organisiert werden, wie Ordnung und Sicherheit verbessert werden können und wie das alles bezahlt werden kann. Ich darf Ihnen versichern, dass kein einziger dabei ist, der sich seiner Mitverantwortung entzieht, rumnörgelt oder destruktiv ist. Dass wir zu Sachthemen eine Meinungsvielfalt haben ist wunderbar, da spiegelt sich wider, dass wir wirklich unsere Gemeinde in all ihrer Vielfalt vertreten.

Die Entscheidung zu den Grünschnittcontainern war notwendig und hat keinem Freude bereitet.
Die kalte Wut packt mich aber, wenn ich sehe, wie mit unserer Gemeinde umgegangen wird. Wie Einzelne einfach an den Stellen, an denen nun vorübergehend kein Container mehr steht, ihren Mist abwerfen, frei nach dem Motto: kümmre dich mal GEMEINDE - ich bin‘s los. Dass damit zu rechnen war, hatte ich ja bereits im Juni angenommen, der Umfang jedoch entsetzt mich. Nun haben wir mit den Kollegen der Bentwisch GmbH beraten, wie wir damit umgehen. Um es an dieser Stelle klar deutlich zu erklären: es bleibt liegen! Mögen diejenigen, die meinen, unsere Gemeinde zu verdrecken, ihren Kram bitte selber wegräumen.


Und noch ein emotionsgeladenes Thema: am 5.8. war Einwohnerversammlung zur geplanten Straßensanierung der Straße am Berg. Unsere Landesregierung hat die Anwohnerausbaubeiträge abgeschafft und überweist uns stattdessen 68.000 € jährlich als Ausgleich - ein Tropfen auf den heißen Stein. Allein für die Straße am Berg müssten wir dieses Geld ca. 12 Jahre ansparen um auf den gleichen Betrag zu kommen, der sonst durch die Anwohner aufgebracht worden wäre...(solange wäre das dann aber auch die einzige Straßenbaumaßnahme). Eine Förderung der Baumaßnahme wurde abgelehnt, also haben wir Partner gesucht, die in das Projekt einsteigen. Neben der EDIS hat auch die Nordwasser erklärt, sich an den Kosten zu beteiligen, vorausgesetzt die Anwohner lassen sich an die dann zentrale Regenentwässerung anschließen. Vielen sind aber ca. 75 €/Jahr zu viel und sie haben deshalb keine Anmeldung vorgenommen. Nun ist es nicht an mir, hier eine Bewertung vorzunehmen, aber wenn ich an diejenigen denke, die vor 2 Jahren noch einen Gebührenbescheid bekommen haben, komme ich schon ins Grübeln. Bei durchschnittlichen 12.000 € Gebühren wäre ein Äquivalent in 160 Jahren erreicht, na gut, mit einem Anteil am o.g. Tropfen vielleicht schon in 150 Jahren.

Selbst wenn ich mich tatsächlich nicht anschließen lasse, kann ich doch einen Beitrag leisten, dann ist es eben keine Anschlussgebühr für die geordnete Führung von Regenwasser, sondern ein freiwilliger Beitrag zur Sanierung meiner Straße und der Herstellung eines Gehweges auf dem meine Kinder und Eltern sicher am Verkehr teilnehmen könnten. Es ist am Ende nur eine Frage des Blickwinkels und ich bin sehr gespannt, welchen die Bewohner der Straße am Berg einnehmen werden.


Am 6.9. ist Landratswahl! Bedenkt man die hoheitlichen Aufgaben des Kreises, eine für uns alle außerordentlich wichtige Wahl.

Ich habe mir erlaubt die Kandidaten anzuschreiben und zu unserer Gemeindevertreterversammlung einzuladen. Mit der Einladung hab‘ ich auch einige Fragen formuliert, die mich als Bürgermeister unserer Gemeinde besonders beschäftigen. Die Antworten können Sie auf unserer Homepage nachlesen, vielleicht hilft es Ihnen, Ihre Wahlentscheidung zu treffen.

Bei denen, die organisatorisch sicherstellen, dass wir alle dieses  Wahlrecht ausüben können, bedanke ich mich einfach schon mal im Voraus. Manchmal müssen wir uns bewusst machen, dass solche Selbstverständlichkeiten anderswo keine sind und dass auch in der Durchführung einer demokratischen Wahl viel Mühe und Arbeit steckt.

Ihr könnt ja zur Stimmabgabe für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Stück Kuchen vorbeibringen:-).

Herzliche Grüße

Ihr/Euer

Ihr Andreas Krüger

Tel. 0171 8330100
buergermeister@bentwisch.de

Auch diese Artikel könnten für Sie interessant sein:

Einladung zur Gemeindevertretersitzung in Bentwisch

Am Donnerstag, den 1. Oktober 2020 findet um 19 Uhr die nächste Gemeindevertretersitzung im Börgerhus Bentwisch statt.

Neues vom Bürgermeister für Oktober 2020

Reden wir heute mal über gefühlte Vorteilsnahme im Amt und über den Unterschied zwischen Kritik und Gemaule.

Das September-Programm in Bentwisch und Klein Kussewitz

In Bentwisch haben die Yoga-Kurse und die Männer-Sportgruppe wieder auf und auch in Klein Kussewitz trifft man sich wieder zu Kaffee, Line Dance und Klön Snack.