Neues vom Bürgermeister für Dezember 2020

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bentwisch,

wie immer wird es für uns alle zum Jahresende wieder etwas hektisch, bevor wir dann wieder irgendwann zwischen dem 3. und 4. Advent feststellen: »Lasst mal gut sein, so langsam wird’s Zeit für Weihnachten und für die Familie«.
Bei aller Ungewissheit in diesen Zeiten sollten wir uns auf das besinnen, was uns wirklich wichtig ist. Von allem anderen darf’s auch mal eine Kelle weniger sein: Weniger schnell, weniger laut und weniger grell.

Ich habe Anfang November ein sehr anregendes Gespräch mit Stefan Haack, unserem Pastor gehabt. Der Weg dorthin mit dem Rad einmal quer durch – von Kussewitz nach Blankenhagen – war die Entschleunigung pur. Es ging tatsächlich auch um »Gott und die Welt«. In Blankenhagen entsteht in der Kirche wirklich ein bauliches Kleinod. Ich bin gespannt, wie es wirkt, wenn’s fertig ist. Wir haben auch über den Heiligen Abend bei uns in Bentwisch gesprochen und dass in diesem Jahr ein Gottesdienst wie sonst nicht möglich sein wird. Der genaue Ablauf ist zwar noch nicht ganz festgelegt, aber wir wollen nach draußen gehen mit einer Andacht vor dem Kirchtor, mit Platz auf dem Schulhof und dem alten Schulweg und mit ganz viel weihnachtlicher Stimmung. Da unterstützt die Gemeinde die Gemeinde gern. Lassen Sie sich mal überraschen ... Überhaupt bekommt man beim Radfahren gut »die Birne frei«. So auch sonntags morgens auf dem Rückweg vom Köhlerhof nach Hause, nachdem man seinen »Inneren ...« überwunden hat und sich so seine Gedanken macht über die Gegend, in der man zuhause ist. Grüße an dieser Stelle an die Heidehoppers, ich kann Euch alle super gut leiden, mag aber mein kleines Läufchen doch lieber allein machen.

Früher einmal mochte ich den November nicht, er ist lang, dunkel, nass und kalt. Heute sehe ich das etwas anders: Zeit, um das Auge mal zu schonen, sich zu besinnen und zu reflektieren: Ist gelungen, was man sich vorgenommen hat? Fülle ich das Amt des Bürgermeisters einer Gemeinde so aus, wie ich mir das vorgestellt habe und entspricht man Erwartungshaltungen? Will man Erwartungen überhaupt entsprechen und wenn ja, welchen?

Mich ärgern die Eifersüchteleien der Amtsleitung auf die Bentwisch GmbH. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wenn das, was da organisatorisch geleistet wird, auch noch durch die Amtsverwaltung zu bewältigen wäre. Seit Monaten ist das Bauamt massiv krankheitsgeschwächt, die verbleibenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen »robben schon auf dem Zahnfleisch«, das ist kein Zustand. Nur, was kann man als ein Bürgermeister bewirken, um’s zum Besseren zu ändern? Mehr Geld für weitere Stellen? Dazu müssten alle Gemeinden mitziehen und das ist wegen der ganz unterschiedlichen Interessenlagen sehr unwahrscheinlich. Schön, dass man im Amt sparsam gewesen ist und die bereitgestellten Finanzmittel gar nicht vollständig ausgeschöpft hat. Aber richtig freuen kann ich mich darüber nicht. Gut, dass der Amtsvorsteher mal eine Mitarbeiterbefragung angestoßen hat. Zu hoffen ist auf eine rege und konstruktive Teilnahme. Wann, wenn nicht jetzt?
Mich ärgern aber auch die Vehemenz und die Tonlage beim Stellen von Forderungen. Beispielsweise sind gerade einige Groß Kussewitzer sehr laut. Ja, wir hatten uns vorgenommen, die Teiche entschlammen zu lassen und dafür auch 20.000 € vorgesehen. Es sei aber bei der momentanen Verfünffachung der Kosten schon erlaubt, inne zu halten und zu prüfen, ob wir uns das leisten wollen. Es gibt auch Teiche in Volkenshagen, Harmstorf, Neu Bartelstorf, Bentwisch ... mir ist da zuviel Egoismus und zu wenig Gesamtblick. Und ganz Übel wird’s, wenn wir dann auch noch beginnen, Ortsteile gegeneinander auszuspielen. Ingo, Alf ihr wart seinerzeit Gemeindevertreter in Kussewitz und habt unsere Finanzlage gekannt. Ja, wir haben eine kleine Mitgift in die Ehe mit Bentwisch eingebracht und müssen uns nicht verstecken. Sich aber jetzt bei diesen Forderungen darauf zu berufen ist Unfug! Und Gerhardt, falls du gleich wieder in entgegengesetzte Richtung feuern willst: Das ist genauso Unfug.

Zwei Beispiele, wo man grübelt: Ist man noch auf dem richtigen Weg? Was kann man überhaupt mit einem Ehrenamt bewirken? Man redet sich den Mund fusselig, argumentiert, bittet um Verständnis, wirbt um mehr Miteinander und weniger Gegeneinander. Man bräuchte mehr Geduld ...
Solange mir nichts Besseres einfällt, bleibe ich erst mal bei mir: Offen und klar aussprechen was los ist, um gute Kompromisse ringen, mehr motivieren, weniger kritisieren. Es stehen uns unruhige Zeiten bevor, alle werden sich überprüfen müssen ...

Aber nicht jetzt! Jetzt ist die Zeit für eine wunderbare Vorweihnacht. Genießen Sie den Advent und das Weihnachtsfest und Ihre Familien und vor allem: Bleiben Sie alle schön gesund.

Herzliche Grüße,

Ihr/Euer

Andreas Krüger

Tel. 0171 8330100
buergermeister@bentwisch.de

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bentwisch,

gestern hat mich ein Schreiben von Ingo Kahlke aus Groß Kussewitz erreicht, verbunden mit der Bitte seine Meinung auf unserer Homepage zu veröffentlichen. Ich kenne Ingo als einen außerordentlich engagierten und leidenschaftlichen Kämpfer, auch wenn wir mitunter unterschiedlicher Auffassung zu bestimmten Sachthemen sind- was aber für mich völlig in Ordnung ist. Seine Hartnäckigkeit beeindruckt mich sehr.

Wir leben Pluralismus und Offenheit, deshalb entspreche ich seiner Bitte sehr gern und habe ihm die Veröffentlichung natürlich zugesagt. Ohne in der Sache ins Detail gehen zu wollen, er hat recht: da ist noch einiges zu klären, Tatsache bleibt aber, dass wir im Haushaltsjahr 2020 20.000 € für die Entschlammung von Teichen eingestellt hatten und die momentane Kostenschätzung für die beiden Teiche in Groß Kussewitz bei 108.000 € liegt.

Herzliche Grüße,

Ihr/Euer

Andreas Krüger

Tel. 0171 8330100
buergermeister@bentwisch.de

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